SEO für Voice Search – welche Auswirkungen hat die Sprachsteuerung auf die Suchmaschinenoptimierung?

  • Autor:

    Yanduu Redaktion
  • Am:

    16.05.2019
  • Klicks:

    35282

SEO für Voice Search – welche Auswirkungen hat die Sprachsteuerung auf die Suchmaschinenoptimierung?

Geschrieben von Yanduu Redaktion am 16.05.2019

Die Sprachsteuerung ist mittlerweile im Mainstream angekommen – es gibt kaum noch Smartphones oder Tablets, die Sprachbefehle nicht befolgen. Dabei ist die Technik so weit vorangeschritten, dass wir mit den Geräten reden, als wären es Menschen – das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Voice Search auf dem Vormarsch

Sprachsuchen sind komfortabler und schneller als das Eintippen auf oft sehr kleinen Tastaturen. Insbesondere junge Menschen gehen ungezwungen mit der Sprachsteuerung um und nutzen diese intensiv.

Haben Nutzer sich erst einmal dazu überwunden, die Sprachsteuerung auszuprobieren, finden sie schnell Gefallen daran. Deswegen setzen die Suchmaschinen – allen voran Google – auf das gesprochene Wort – und das nicht nur beim Smartphone.

Bereits Ende 2013 hat Google im Chrome Browser die Sprachbedienung eingeführt. Beginnend mit „OK Google, …“ kann man eine Suchanfrage starten, eine Route planen und noch vieles mehr.

Die Anzahl der diktierten Suchanfragen steigt stetig an und wird auch für die Suchmaschinenoptimierung immer wichtiger. Mit der Sprachsteuerung verlagert sich der Fokus von einzelnen kurzen Schlüsselwörtern hin zu Long-Tail-Keywords.

W-Fragen statt Keywords

Bei der Audiosuche stehen nicht einzelne Schlüsselwörter, sondern ausformulierte Fragestellungen im Mittelpunkt. Die W-Fragen (Wann?, Was?, Wer?, Wie?, Wo?, Warum?, etc.) werden vom Nutzer ganz selbstverständlich gestellt. Die Spracherkennung hat deshalb nicht nur die komplexe Aufgabe anhand von Lauten und Worten ihren Sinn zu verstehen, sondern auch Beziehungen und Zusammenhänge zu entschlüsseln. Eine Herausforderung, nicht nur für Google, sondern auch für Amazons Alexa, Apples Siri, Windows‘ Cortana und alle anderen Spracherkennungsdienste.

Voice Search stellt eine dauerhafte Veränderung der Suchgewohnheiten dar. Künftig wird das gesprochene Wort einen großen Teil der Suchanfragen steuern – deswegen können Nutzer und Anbieter es nicht mehr ignorieren. Mit folgenden Tipps bereiten Sie sich auf den Wandel vor:

Content erstellen, der Fragen beantwortet

War man in der Vergangenheit noch darum bemüht, dass Texte qualitative Keywords in der richtigen Quantität enthalten, muss der Content nun Antworten auf die Fragen der Suchmaschinennutzer liefern. Bereits bei der Wahl des Themas sollte man sich deshalb überlegen, welche Fragen die Zielgruppe dazu haben wird und diese gezielt beantworten.

Die Antworten sind gut, wenn sie klar und präzise auf den Punkt gebracht werden. Das kommt nicht nur dem Leser zugute, sondern ist auch förderlich, damit Google den Text als geeignete Antwort identifizieren kann und mit einer guten Position in den Suchergebnissen belohnt.

Frage in der Überschrift sowie bei Meta-Daten und URL berücksichtigen

Nutzen Sie das volle Potential von Voice Searches, indem Sie mögliche Fragestellungen schon in der Überschrift aufgreifen. Dabei muss nicht jeder Text mit einer Frage bzw. Antwort beginnen – hin und wieder solche Überschriften zu wählen ist aber empfehlenswert. Achten Sie aber darauf, dass die gestellte Frage im Text auch beantwortet wird. Der Überschrift wird beim Ranking besondere Aufmerksamkeit geschenkt – gleiches gilt für die Meta-Daten, insbesondere für Titel und Description. Auch eine klare URL-Struktur sowie sinnvoll benannte Seiten sind hilfreich.

Konkrete Fragen der Zielgruppe herausfinden

Um die konkreten Fragen Ihrer Zielgruppe herauszufinden, sollten Sie diese gezielt befragen. Das ist zum Beispiel mit Support-Tools möglich, über die Besucher Fragen zum Thema stellen können.

Alternativ können Sie auch einfach dazu aufrufen, Fragen per E-Mail oder auf Social-Media-Kanälen zu stellen. Da User keine Experten sind, sich aber zu einem Thema informieren wollen, sind solche Informationen sehr wichtig.

Auf Long-Tail-Keywords setzen

Weil bei der Sprachsuche nur selten einzelne Schlüsselwörter verwendet werden, wird der Long-Tail in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Bereits heute entfallen über 70 Prozent der Suchanfragen auf Long-Tail. Das sind in der Regel Wortkombinationen oder kurze Sätze aus zwei bis fünf Begriffen. Die satzbasierte Sprachsteuerung erhöht das Potential von Long-Tail-Keywords enorm. Sie sind auch deutlich weniger umkämpft als einzelne Schlüsselwörter, da die Zahl der verschiedenen Keyword-Kombinationen um einiges größer ist.

Mit hochwertigem Content als Experte etablieren

Fragen der Zielgruppe zufriedenstellend zu beantworten kann nur, wer qualitativ hochwertige Inhalte bietet. Deswegen wird es mit zunehmender Sprachsuche noch wichtiger diese Grundregel konsequent zu befolgen. So können Sie sich auch als Experte für Ihre Nische etablieren und so eine Stammkundschaft aufbauen, die Ihre Website regelmäßig wieder besucht. Das wiederum wirkt sich positiv auf Nutzersignale wie Klickrate (CTR), Verweildauer und Absprungrate aus, die das Ranking bei Google maßgeblich beeinflussen.

Fazit – Sprachsteuerung verändert Suchmaschinenoptimierung

Voice Search ist kein kurzweiliger Trend, sondern eine logische Konsequenz der intensiven Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Deswegen ist es wichtig, sich schon jetzt darauf vorzubereiten.

Mit zunehmender Sprachsteuerung verändert sich auch die Suchmaschinenoptimierung. Satzbasierte Suchen, insbesondere in Frageform, erfordern eine andere Optimierung des Contents. Wer die Fragen seiner Zielgruppe kennt und ihr Antworten und Lösungen mit Mehrwert anbietet, ist für die wachsende Popularität gesprochener Suchanfragen gut vorbereitet.